Falsches Spiel - oder wie man mit Parkplätzen und einem Minarett Ängste schüren will

Fraktion

Es kann nicht unwidersprochen bleiben, was von der CDU-Fraktion in den letzten Ditzinger Anzeigern veröffentlicht wurde. Unter dem Vorwand von Fürsorge und Aufklärung werden Ängste und Vorurteile gegen eine Religionsgemeinschaft geschürt, die seit vielen Jahren partnerschaftlich und offen in Ditzingen beheimatet ist.

Stattdessen sollten wir in einer Zeit wie dieser gemeinsam die Freiheiten verteidigen, die unser Grundgesetz garantiert!

Und dazu gehört auch die Glaubensfreiheit: Jeder und Jede in unserem Land soll den eigenen Glauben in angemessener Weise leben dürfen. So steht es im Grundgesetz – und so sollte es in Ditzingen sein.

Schon lange wurde nach einer angemessenen Lösung für die muslimische Gemeinde gesucht, die ihren Glauben derzeit in vollkommen unzureichenden Räumen lebt. Zudem soll das im Auigenblick genutzte Gebäude auf Wunsch des Gemeinderats irgendwann abgerissen werden, damit der Verkehr auf der Siemensstraße und in Richtung Gerlingen neu geordnet werden kann.

Lange genug blieb diese Suche jedoch ohne Ergebnis.

Der nun gefundene Standort hinter der Tankstelle an der Siemensstraße fast gegenüber dem heutigen Standort der Moschee ist zwar nicht optimal. Dennoch hat die Ditib-Gemeinde eine in unseren Augen ansprechenden Entwurf vorgelegt, der alle baurechtlichen Vorgaben erfüllt und die gesetzlich geforderte Anzahl von Parkplätzen vorsieht.

Die von der CDU beschriebene „Großmoschee“ mit einem Einzugsbereich, der von Pforzheim bis Stuttgart reicht, ist eine mehr als grenzwertige Beschreibung für einen Entwurf, der in allererster Linie zum Ziel hat, den Mitgliedern des Ditzinger Moscheevereins endlich ein Gemeindeleben zu ermöglichen, das dem der christlichen Gemeinden gleichkommt. Die Angaben des Vereins über die mögliche Zahl der Besucher beim Freitagsgebet erscheinen uns plausibel - und sie entsprechen im Wesentlichen der jetzigen Nutzung im alten Gebäude.

Auch deshalb sind wir ein wenig fassungslos angesichts der heftigen Diskussion um die Kuppel und das fragile Minarett. Denn beides gehört ebenso zu einem muslimischen Gebetshaus, wie der Turm zu einer christlichen Kirche gehört.

Dürfen Muslime ihren Glauben hier also nur dann leben, wenn sie dies in Räumen tun, die von außen nicht sofort als islamisches Gotteshaus erkennbar sind? Das Argument der städtebaulichen Verträglichkeit eines Minaretts am Rand eines Gewerbegebietes in unmittelbarer Nähe unserer meistbefahrenen Durchgangsstraße halten wir für vorgeschoben. Zudem ist klar festgelegt, dass von dort kein Muezzinruf erschallen wird: dies war eine zentrale Bedingung aller Räte für die Zustimmung zu diesem Projekt.

Unsere muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger haben ein Recht auf die freie und undiskriminierte Ausübung ihres Glaubens, solange dies - wie in Ditzingen praktiziert- auf dem Boden unserer freiheitlich rechtlichen Grundordnung geschieht. Und eine attraktive Moschee als sozialer Raum kann unserer Stadt nur guttun.

Unsere muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger haben ein Recht auf die freie und undiskriminierte Ausübung ihres Glaubens, solange dies - wie in Ditzingen praktiziert- auf dem Boden unserer freiheitlich rechtlichen Grundordnung geschieht. Und eine attraktive Moschee als sozialer Raum kann unserer Stadt nur guttun.

Wer sich den Planungsentwurf anschauen will, kann dies auf der Homepage der Stadt Ditzingen tun. Man findet ihn unter der Rubrik “Politik” im “Ratsinformationssystem”, wenn man nach der Gemeinderatssitzung vom 29.3.2022 sucht.

Wer sich über die islamische Kultur in Deutschland informieren will, findet viele andere Möglichkeiten und braucht keine Fortsetzungsgeschichte im Ditzinger Anzeiger.

 

Für die Stadt- und Ortschaftsräte der SPD-Fraktion

Sabine Roth, Erika Pudleiner und Herbert Hoffmann

 

Homepage SPD Ditzingen

 

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